Der Schweizerische Brass-Band-Wettbewerb (SBBW) kehrt Ende November für seine 51. Ausgabe ins Montreux Music & Convention Center (2m2c) zurück. Unter den Selbstwahlstücken der Höchstklasse befinden sich zwei Uraufführungen. Der «Verdienstpreis SBBV» wird dieses Jahr an Véronique Gyger-Pitteloud verliehen, eine Pionierin der Brassband-Bewegung.
Anlässlich des 51. Schweizerischen Brass Band Wettbewerbs treffen sich am 28. und 29. November nicht weniger als 59 Formationen in sechs Kategorien. Die Veranstaltung kehrt nach drei Ausgaben im KKL Luzern an die Waadtländer Riviera und ins Montreux Music & Convention Center (2m2c) zurück.
Die Musikkommission des Schweizerischen Brass Band Verbands (SBBV) rückt mit den ausgewählten Aufgabestücken in diesem Jahr Schweizer Komponisten in den Fokus. Vier der sechs ausgewählten Werke stammen aus Schweizer Federn. Die beiden anderen Werke kommen von britischen Komponisten.
Die 4. Kategorie spielt «Postcards from Tomorrow» (SBBW-Version 2026) von Gauthier Dupertuis (CH), die 3. Kategorie «Der Magnetberg» von Mario Bürki (CH), die 2. Kategorie «The Son of The Sun» von Bertrand Moren (CH), die 1. Kategorie «Lowry Sketchbook» von Philip Wilby (GB), die Elite-Kategorie «Phoenicia» von Stephan Hodel (CH) und die Höchstklasse «Apocalypse» von Derek Bourgeois (GB).

Auch bei den Selbstwahlstücken der Höchstklasse schneiden die Schweizer gut ab. Fast die Hälfte der Werke, die am Sonntagnachmittag aufgeführt werden, stammen von Schweizer Komponisten. So wird Maurice Donnet-Monnay mit «Eclipse» und «Midnight's Butterflies» zweimal gespielt, ebenso wie Oliver Waespi mit «Other Lives» und «West Wind - Metamorphoses for Brass Band».
Vom Briten Simon Dobson stehen ebenfalls zwei Werke auf dem Programm: «Horror Show» und «The Turing Test». Das letzte Double gelingt dem Belgier Bert Appermont mit «A Brussels Requiem» und mit «Metamorphosis on a Balkan Theme». Mit zweiterem wird ein bisher unveröffentlichtes Stück aufgeführt. Für die zweite Uraufführung des Jahres 2026 ist ein Belgier verantwortlich: Wim Bex mit «Simulacrum». «Goldberg 2012» des Norwegers Svein Henri Giske vervollständigt die Liste der zehn ausgewählten Stücke für ebenso viele Bands.
Der Tradition entsprechend und von der Musikkommission des SBBV festgelegt wird das jeweilige Experten-Gremium mehrere Spezialpreise verleihen. In diesem Jahr werden damit das beste Flügelhorn-Duo im Aufgabenstück und der beste Solist, die beste Solistin im Selbstwahlstück in der Höchstklasse, das beste Solo-Cornet in der Elite-Kategorie, das beste Tuba-Register in der 1. Kategorie, das beste Flügelhorn in der 2. Kategorie, das beste Solo-Cornet in der 3. Kategorie und die beste Solo-Posaune in der 4. Kategorie ausgezeichnet.
Wie üblich wird eine internationale Jury aus neun Experten die Vorträge bewerten: Luis Serrano Alarcón (E), Brett Baker (GB), David Childs (GB), Anne Crookston (GB), Ueli Kipfer (CH), Olivier Marquis (CH), Andrea Price (GB), Pascal Schafer (CH) und Rieks Van der Velde (NL).
Das 2024 eingeführte Stellvertreterprinzip wird beibehalten. So wurden drei Reserveexperten engagiert - deren Namen unter Verschluss gehalten werden -, um allfällige kurzfristige Ausfälle aufgrund höherer Gewalt auszugleichen. Sollten sie dieses Jahr nicht zum Einsatz kommen, werden diese Stellvertreter im nächsten Jahr als Jurymitglieder fungieren.
Wie jedes Jahr werden für jede Band gleich lange Zeitfenster festgelegt. So kann ein Programm mit genauen Auftrittszeiten erstellt werden. Daraus resultiert eine praktische Planung sowohl für die Bands als auch für das Publikum.
Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 9.00 Uhr mit dem Wettbewerb der Formationen der 4. Kategorie im Auditorium Stravinski. Ab 11.00 Uhr folgen die Auftritte der Elite-Bands, bevor ab 17.00 Uhr die Vertreter der Höchstklasse ihr jeweiliges Aufgabestück vortragen. In der Miles-Davis-Hall treten ab 09.30 Uhr die Teilnehmer der 2. Kategorie auf, ab 16.00 Uhr gefolgt von denjenigen der 1. Kategorie. Die Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse der Elite sowie der 1., 2. und 4. Kategorie findet ab 22.30 Uhr in der Miles-Davis-Halle statt.

Am Sonntag finden die Wettbewerbe ausschliesslich im Auditorium Stravinski statt. Die Bands der 3. Kategorie machen ab 9.15 Uhr den Auftakt. Die Formationen der Königsklasse werden dort ab 12.00 Uhr ihre Selbstwahlstücke vortragen. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgt um 18.10 Uhr im Auditorium Stravinski, direkt nach der Verleihung des «Verdienstpreises SBBV».
Hier noch ein Hinweis: Der Sieger der Höchstklasse wird die Schweiz am Europäischen Brass Band Wettbewerb Ende April und Anfang Mai 2027 in Montreux vertreten.

Nach der ausserordentlichen Ehrung im Jahr 2025 kehrt der SBBV zum Prinzip eines einzigen Preisträgers zurück. In diesem Fall handelt es sich um eine Preisträgerin, eine echte Pionierin der Brassband-Bewegung unseres Landes als Instrumentalistin, Ausbildnerin und Dirigentin.
Ariane Brun, ehemalige Präsidentin, Ehrenmitglied des SBBV und Schirmherrin dieser Auszeichnung, wird den «Verdienstpreis SBBV» an Véronique Gyger-Pitteloud überreichen. Sie hatte unter anderem als erste Frau unseres Landes eine Stelle als Solo-Cornettistin inne und dirigiert eine Höchstklasse-Brass Band.