Roman Portmann ist Produzent von SRF Musikwelle und Blasmusik-Redaktor. Im Gespräch mit ihm lernen wir den drittstärksten Sender von SRF besser kennen und erfahren, wie Roman zum Radio gekommen ist und wie seine Arbeit am EMF26 aussah.
Ich heisse Roman Portmann und bin seit Studiumszeiten in den Medien unterwegs. Die Blasmusik begleitet mich seit meiner Kindheit, und so gesehen habe ich bei der Musikwelle eine tolle Position. Allgemein bin ich neugierig, mag Menschen und Musik und bin gerne draussen unterwegs.
Die Trompete hat mich schon immer fasziniert. Warum, kann ich nicht genau sagen. Nach überstandener Blockflötenzeit durfte ich das Trompetenspiel erlernen. Das war mein Start in der Blasmusik. Inzwischen spiele ich seit vielen Jahren Euphonium.

Ich habe in Basel Geografie, Meteorologie und Medienwissenschaften studiert. Während dem Studium habe ich bei Meteotest in Bern gearbeitet, wo wir für verschiedene Radiosender Wetterprognosen machten. So bin ich quasi übers Wetter in die Medien gerutscht. Nach einem ersten Job bei Radio 32 kam ich als Prognostiker zu SF DRS, wo ich die Mittags-Meteosendung auf dem Dach moderierte [schmunzelt].
Roman Portmann (Jg. 1977) ist verheiratet und lebt im Aargau. Nach dem Studium arbeitete er bei Meteo, bei SRF 3 und beim Regionaljournal Aargau Solothurn. Seit über 20 Jahren ist er für DRS bzw. SRF tätig. Heute ist er Produzent der SRF Musikwelle und Redaktor der Sendung «Fiirabigmusig» am Montagabend. Mit viel Herzblut teilt er darin seine Begeisterung für die Blasmusik mit einem breiten Publikum.
Roman Portmann spielt Euphonium, ist Vize-Dirigent und musiziert in der Spielgemeinschaft Ehrendingen-Schneisingen. Zum Ausgleich spielt er daneben Alphorn und Büchel.
Ich bin als Produzent für die redaktionellen Beiträge des gesamten Programms der SRF Musikwelle verantwortlich. Da koordiniere ich die Planung, wann und was gesendet wird, definiere Themen und höre nach dem Vier-Ohren-Prinzip sämtliche Beiträge gegen, die ausgestrahlt werden. Weiter arbeite ich als Redaktor - das ist der Blasmusikanteil meiner Arbeit.

Ich moderiere 52 Mal im Jahr die Sendung «Fiirabigmusig» mit Schwerpunkt Blasmusik am Montagabend. Weiter mache ich auch Blasmusik-Beiträge für weitere Rubriken unserer Sendungen. Das kann ein «Musikwelle Brunch» sein - unsere Gesprächssendung am Sonntagvormittag mit grossem Musikanteil - oder «Potzmusig» am Samstagnachmittag. Zudem mache ich Live-Sendungen vor Ort, wie etwa am World Band Festival in Luzern oder am Eidgenössischen Musikfest in Biel.
Einige Ideen sind in den sozialen Medien zu finden. Weiter bin ich an vielen Anlässen unterwegs, wo sich Interviewpartner finden. Schön ist auch, dass sich die Leute oft selbst melden, wenn sie etwas zu berichten haben.

Nein, kämpfen müssen wir nicht mehr. Die Blasmusik hat innerhalb der Musikwelle ihren festen Platz. Mein Musikwelle-Vor-Vorgänger Kurt Brogli hat für die Blasmusik hundert Prozent gegeben [schmunzelt]. Die Musikwelle ist der Volkskultursender und seit längerem der drittstärkste Sender von SRF. Und wenn wir die Volkskultur abdecken wollen, gehört die Blasmusik einfach dazu. Ein Nachteil ist die teurere Produktion. Wenn ein 50-köpfiges Blasorchester auf der Bühne mikrofoniert und abgemischt werden muss, ist das um einiges aufwändiger als bei einer vierköpfigen Ländlerkapelle.
Unser Musikprogramm hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert: Wir bieten viele neue Aufnahmen - auch mit jungen Menschen, die auftreten - sei es im Blasmusik-, im Chorbereich oder im Tagesprogramm. Ich glaube, dass wir dieses Image etwas zu Unrecht tragen.
Die SRF Musikwelle freut sich über Aufnahmen aller Art. Links oder Dateien in höchstmöglicher Qualität per Mail senden an:
Es kann nicht garantiert werden, dass die Musikstücke gespielt werden.
Vermutlich nirgends so gut wie bei der Musikwelle. Wir arbeiten seit Ewigkeiten über die Sprachregionen hinaus zusammen, pflegen regelmässig den Austausch und produzieren über die Plattform IAF (Interregionale Arbeitsgruppe Folklore) jedes Jahr schöne gemeinsame Projekte.

Das Ziel ist, unseren Hörenden verschiedene Facetten der Blasmusik und der Musik allgemein zu zeigen. Das Programm muss dank viel Abwechslung durchhörbar sein und die Leute «gmögig» durch den Tag begleiten. Da ist es schwierig, ganze Konzertwerke zu senden. Die Fiirabigmusig als Spezialsendung hat eher eine eingeschworene Hörerschaft, wo Ausschnitte aus Konzert- und Wettbewerbswerken gut ankommen und ich auch etwas darüber sagen kann.

Das Eidgenössische Musikfest war «mein Baby» bei der SRF Musikwelle. Ich war Projektleiter für die ganze Berichterstattung rund um das EMF26. Ich habe alles aufgegleist, organisiert und zu einem grossen Teil auch selbst umgesetzt. Für uns war von Anfang an klar, dass wir eine Spezialwoche machen, mit fünf bis sechs Beiträgen pro Tag, die über das EMF und die Blasmusik berichten. Das Schöne am Radio ist, dass es ein halbwegs unkompliziertes und spontanes Medium ist.
Wir haben versucht, möglichst viele Beteiligte - Musikantinnen und Musikanten, Engagierte usw. vors Mikrofon zu bekommen, um dieses «EMF-Feeling» mit möglichst vielen Eindrücken und Geschehnissen auf dem Sender zu haben.

Vermutlich ist unser Image schlechter als der tatsächliche Zustand. In der Blasmusik gibt es wahnsinnig viele innovative Leute, die Dinge ausprobieren und coole Ideen haben. Warum das Image eher negativ bleibt, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.
Schwierig, eine generelle Antwort zu geben. Ich denke, Vereine mit einem Fokus, einem Ziel oder einer Ausrichtung haben auf jeden Fall eine Zukunft. Probleme sehe ich eher bei Vereinen, die den Mut oder die Energie nicht haben, sich in Frage zu stellen, und die nicht so recht wissen, was und wohin sie wollen. Ich meine nicht, sie sollten alle zu Spitzenorchestern werden, sondern vielmehr einen Fokus für sich finden. Damit haben sie auch eine Chance.

Das ist die Chance der SRF Musikwelle mit ihrer Durchhörbarkeit. Wir sind keine «Freakshow», bei uns besteht immer die Chance, dass auch Leute zuhören, die nicht explizite Blasmusikfans sind. Wenn ich es schaffe, sie mit Blasmusik zu begeistern, dann habe ich erfüllt [lacht]. Im besten Fall können wir denen Freude bereiten, die die Blasmusik schon kennen, und bei denen, die sie noch nicht kennen, Interesse wecken.
Ich nehme die Blasmusik in der Schweiz sehr vielseitig und mit vielen engagierten Leuten wahr.
Die Blasmusik berührt mich, weil sie echt und handgemacht ist.
Ich sehe Entwicklungspotenzial für die Blasmusikvereine in der eigenen Vermarktung: besser zeigen, was sie tun, und dass sie etwas Tolles machen.
Das Dirigieren ist cool, wenn es rund läuft. Es bereitet mir Freude. Ist es nicht unser aller Traum, einmal auf der anderen Seite zu stehen?
Ich spiele Euphonium, weil es sehr schön zu spielen ist und der Klang wohltuend in den Körper geht: ein weicher Ton, eine super coole Stimme.
Alphorn und Büchel bieten mir die Möglichkeit, das Maximum aus einem Naturtoninstrument herauszuholen. Der Klang ist ähnlich wohlig wie beim Euphonium, aber auf die Naturtonreihe reduziert, das finde ich sehr faszinierend.
