Im Geschäftsjahr 2025 des Schweizer Blasmusikverbands (SBV) wurden Weichen gestellt, organisatorische wie finanzielle, für Auftritte auf nationalem und internationalem Parkett.
Michel Graf, Vizepräsident, Hanspeter Frischknecht, Leiter Finanzen und Thomas Trachsel, Musikkommissionspräsident des SBV, blicken auf ihre Projekte 2025 zurück.
Die SOLO-Finals des SWISS WINDBAND AWARD zählen zu den wichtigsten Anlässen der Schweizer Blasmusik. Der SBV führte 2025 den Halbfinal im Februar und den Final Ende August erneut gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Militärmusik durch.
Der Solowettbewerb richtet sich an 16- bis 25-Jährige, die sich über akkreditierte Wettbewerbe qualifiziert haben. Im Halbfinal erreichen die je drei besten in den Kategorien Holz und Blech den Final.

Am öffentlichen Halbfinal der SOLO-Finals Wind Instruments traten am 22. Februar 2025 in der Kaserne Bern 19 Teilnehmende an. Ein interessiertes Publikum verfolgte aufmerksam die mit Klavier begleiteten Solovorträge.
Folgende Finalistinnen und Finalisten wurden in den Kategorien Holz- und Blechblasinstrumente ermittelt: Lisa Steger, Blockflöte; Benedikt Hächler, Klarinette; Isaline Chesaux, Querflöte; Timon Jordi, Posaune; Julie Pralong, Cornett und Vincent Crausaz, Euphonium.
Der Final wurde Ende August in Risch-Rotkreuz durchgeführt - unterstützt vom Zuger Blasmusikverband und der Musikgesellschaft Risch-Rotkreuz. Trotz Werbung war die Zahl der interessierten Zuhörenden sehr bescheiden. «Dies ist deprimierend für die Solistinnen und Solisten und stimmt mich traurig. Ich hoffe, dies wird im nächsten Jahr besser», bedauerte Michel Graf.

Neu fanden am 30. August die SOLO-Finals Percussion in den Kategorien Classic und Modern statt - mit sieben Halbfinalisten am Vormittag und dem Final an Nachmittag. Der Auftakt gelang, die Beteiligung bleibt ausbaufähig.

Am 31. August 2025 spielten die Finalistinnen und Finalisten der SOLO-Finals Wind Instruments, begleitet vom Symphonischen Blasorchester Schweizer Armeespiel. Die Jury aus ausgewiesenen Fachpersonen aus dem In- und Ausland kürte die Siegerinnen und Sieger.
Die SOLO-Finals bestätigen ihre Rolle als wichtiges Instrument der Nachwuchs- und Talentförderung. Der SBV entwickelt Format und Kommunikation laufend weiter. Eine Fachgruppe überarbeitete das Reglement der Percussion-Kategorie; die Verbände und die Organisierenden der Qualifikationswettbewerbe wurden im Dezember 2025 informiert.

Die Durchführung erfolgte durch ein internes Organisationsteam unter der Leitung von Michel Graf in enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Militärmusik und dem Zuger Blasmusikverband. Allen Beteiligten gilt ein grosser Dank.
2025 war ein aussergewöhnliches und finanziell anspruchsvolles Jahr. Nach dem Rückzug des OK Interlaken Ende 2024 musste der SBV rasch die Liquidität für das EMF 2026 in Biel sichern.
«In enger Zusammenarbeit mit dem OK und der Verbandsleitung entwickelten wir Szenarien, stellten die finanzielle Basis sicher, erarbeiteten in kurzer Zeit Budgets und passten diese laufend dem Fortschritt der Organisation in Biel an. Die Verantwortung für den Musikwettbewerb am EMF durch den SBV war bereits mit dem OK Interlaken beschlossen worden und hielt die Arbeitsbelastung hoch», fasst Hanspeter Frischknecht, Leiter Finanzen des SBV zusammen.
Die Finanzabteilung des SBV ist gleichzeitig für die MuFOrg (Musikfest-Organisation des SBV) zuständig, verantwortet die Festsoftware und koordiniert die Zusammenarbeit des OK Biel mit dem SBV. Die Software wurde schrittweise mit der beauftragten Partnerfirma entwickelt. Zentrale Funktionen wurden benutzerfreundlich umgesetzt, die Anbindung an Hitobito gelang ohne Redundanzen und das System stand rechtzeitig und stabil bereit.
In der zweiten Jahreshälfte stand die Fest-App im Fokus. Sie bietet Teilnehmenden und Publikum umfassende Informationen und ersetzt Printprodukte.

Der grosse Aufwand im Vorfeld mit der Erstellung von Unterlagen, mit Vorinformationen und Gesprächen mit den Mitgliedsverbänden zum neuen Finanzierungsmodell des SBV hat sich gelohnt: An der Delegiertenversammlung 2025 in Schaffhausen genehmigten die Stimmberechtigten die neue Finanzierungsstruktur einstimmig.
«Wir setzten die Änderungen per 1. Januar 2026 um und unterstützten die Verbände mit Checklisten, Factsheets, Präsentationen und Gesprächen. So verlief die Umstellung weitgehend reibungslos», so der Leiter Finanzen.
Weitere Projekte wurden vorangetrieben, so die erfolgreiche Weiterführung der Unfallversicherung, die weiterentwickelte Konzeption der Verbands-App, die Umsetzung der Zentren Blasmusik und die neu aufgestellte Swiss Conducting Competition. Hanspeter Frischknecht dankte allen Beteiligten - der Verbandsleitung, der Geschäftsstelle sowie den Arbeitsgruppen und Gremien.
«2025 war ein intensives Jahr für die Musikkommission. Wir haben zentrale Projekte und Entwicklungen vorangetrieben», schreibt Musikkommissionspräsident Thomas Trachsel.
Erste Erfahrungen mit der neu ausgelegten Ausbildung für Dirigierpersonen innerhalb der neu geschaffenen Kompetenzregionen wurden an der vergangenen Mitgliederratskonferenz präsentiert. Insbesondere die Region Nordwestschweiz hat hervorragende Pionierarbeit geleistet. Weitere kantonale Musikverbände sind daran, die Zusammenarbeit innerhalb der Kompetenzzentren abzusprechen und zu organisieren.
Der Start in den Pilotregionen ist geglückt, doch gibt es noch einiges zu tun. Nächste Schritte sind: die Koordination der Zentren an die Leitung Musik auf der Geschäftsstelle übergeben, die mögliche Unterstützung der Zentren seitens SBV festlegen, die Aus- und Weiterbildungsangebote auf den Kanälen des SBV veröffentlichen, die genauen Abläufe im Bereich Finanzen festlegen sowie die neue Ausbildung zertifizieren. Erste Erfahrungen aus den Regionen der Zentren werden gemeinsam evaluiert und wo nötig angepasst.

Das Ziel bleibt, das Ausbildungsmodul «Musik» der J+M-Leiterausbildung zukünftig an den Kompetenzzentren anzubieten. Die geplante Neuausrichtung der J+M-Leiterausbildung durch das BAK verzögert diese Umsetzung: Es ist unklar, ob die Musikmodule künftig überhaupt noch durch den SBV und weitere Kulturverbände angeboten werden können.
«Wir setzen uns dafür ein, die Verantwortung für das Angebot zu behalten», erklärt Thomas Trachsel.
Für das EMF26 in Biel prüfte die Musikkommission des SBV die Pflichtstücke, darunter alle durch den SBV unter Verschluss gehaltenen Werke, die für das EMF 2021 vorgesehen waren, und drei neu eingereichte Stücke. Weiter stellte sie die Jurygremien zusammen und besichtigte Lokale und Parademusikstrecken in Biel.
Obwohl das EMF26 in Biel noch bevorsteht, hat sich die Musikkommission bereits mit nachfolgenden Eidgenössischen auseinandergesetzt und ein langfristiges Projekt für die Zukunft der Musikfeste gestartet. Diese Diskussionen und daraus resultierenden Strategien werden in enger Abstimmung mit den kantonalen Musikverbänden angegangen - und mit Blick auf den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel.

Der SBV übernimmt den Schweizerischen Dirigierwettbewerb und integriert ihn in den SWISS WINDBAND AWARD. In diesem Zusammenhang erreichte der SBV eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Verbänden BDV, ARDM, SBBV, WASBE CH, dem Verein SDW und der Schweizer Militärmusik. Der Wettbewerb heisst neu «Conducting Competition» und findet 2026 in neuer Form in Baden statt.
Peter Schmid übernimmt die Leitung Musik auf der Geschäftsstelle. Der SBV und besonders die Musikkommission freut sich auf die Zusammenarbeit. Der Musikkommissionspräsident richtet seinen Dank an die Mitglieder der Musikkommission für ihr grosses Engagement zugunsten der Blasmusik.