Die 164. Delegiertenversammlung des Schweizer Blasmusikverbands fand am 25. April 2026 in der Aula des BASPO in Magglingen statt. Die Delegierten hiessen alle Geschäfte gut und wählten Roman Limacher in die Verbandsleitung. Ausserdem wurde die Versammlung durch das OK auf das in knapp drei Wochen stattfindende Eidgenössische Musikfest 2026 in Biel eingestimmt.
Die Stadtmusik Biel unter der Leitung von Pascal Schafer begrüsste die eintreffenden Delegierten mit harmonisch-rassigen Klängen. Nach dem Einzug der Fahnen, wiederum begleitet von den Bieler Musikantinnen und Musikanten, begrüsste die Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbands (SBV), Luana Menoud-Baldi, die Versammlung wie gewohnt viersprachig.

Gastgebender Verband war in diesem Jahr der Bernische Kantonal-Musikverband, angeführt von seinem Präsidenten Rolf Enggist. Auch er richtete eine Grussbotschaft an die Delegierten.

Mit einem besinnlichen Stück umrahmte die Stadtmusik Biel den Moment, als die Versammlung der im letzten Jahr Verstorbenen gedachte. Nach einem weiteren, wiederum fröhlichen Werk verabschiedete die Verbandspräsidentin die Stadtmusik Biel und bat die Delegierten zum Dank erneut um einen grossen Applaus. Die Bieler Musikantinnen und Musikanten hatten nämlich an diesem Tag mit einer Marschmusikprobe und dem Vorbereitungskonzert fürs EMF26 ein volles Programm vor sich.

Der zweite Gruss folgte kurz darauf von Madeleine Deckert. Die Präsidentin der Gemeinde Leubringen - auf Französisch Evilard -, zu der auch Magglingen gehört, stellte die Gemeinde vor, indem sie die Versammlung auf eine Wanderung mitnahm. Der Aufstieg erfolgte von Evilard aus hinauf nach Magglingen, weiter bis zum Restaurant Hohmatt und anschliessend via Sportplatz «Ende der Welt» wieder zurück.

Luana Menoud-Baldi führte kompetent durch die Traktanden. Die 99 anwesenden Delegierten stimmten allen Geschäften deutlich zu - so auch dem letztjährigen Protokoll, den Jahresberichten und schliesslich auch der Jahresrechnung 2025 und dem Budget 2026. Bei der Genehmigung der Jahresrechnung gab es einige Enthaltungen, wohl weil der Finanz- und Revisorenbericht erst sehr spät vorgelegt wurde.

Weiter genehmigten sie auch die geringfügigen Anpassungen des SBV-Leitbilds hinsichtlich sprachlicher und aktueller Entwicklungen. Die wohl wichtigste Wahl stand mit der Neubesetzung des vakanten Sitzes in der Verbandsleitung an.


Monika Schütz, Co-Präsidentin des Zürcher Blasmusikverbands, stellte Roman Limacher der Versammlung vor und empfahl ihn zur Wahl. Das taten die Delegierten nicht nur einstimmig, sondern auch mit grossem Applaus. Roman Limacher erklärte die Annahme der Wahl mit grosser Freude.


«Nur noch 17 Tage bis zum ‹Eidgenössischen› (EMF26)», liess Luana Menoud-Baldi die Anwesenden wissen, bevor sie das Wort zunächst an den Musikkommissionspräsidenten Thomas Trachsel übergab. Er informierte über die Änderungen im Jury-Reglement für das EMF26, welche den Delegierten vorgängig schriftlich mitgeteilt worden waren.

Unter anderem werden in den Vortragslokalen keine Punkte mehr bekanntgegeben. Die erreichten Punkte des Aufgabe- und Selbstwahlstücks werden neu erst am Ende des Wettbewerbstags im Rahmen der Rangverkündigung veröffentlicht. Findet der Wettbewerb, zum Beispiel innerhalb einer Stärkeklasse, über mehrere Tage statt, werden die erreichten Punkte jeweils am Ende jedes Wettbewerbstags in Form einer Zwischenrangliste publik gemacht.
Anschliessend übergab die Verbandspräsidentin das Wort an Nadja Günthör, die OK-Chefin des EMF26, die gemeinsam mit ihrem Team das scheinbar Unmögliche möglich gemacht hat: Gemeinsam haben sie diesen Grossanlass in knapp anderthalb Jahren auf die Beine gestellt! «Die Organisation des EMF ist wie der Bau eines Möbelstücks ohne Anleitung. Zum Glück habe ich nicht nur die Anleitung gefunden, sondern auch ein hervorragendes OK-Team. Ich spüre eure Freude und euren Enthusiasmus für dieses Fest - das freut mich sehr», meinte sie einleitend.

Nadja Günthör informierte unter anderem darüber, dass die Reisecars - um ein Verkehrschaos in Biel zu verhindern - das Instrumentendepot werden anfahren dürfen, nicht aber das Wettbewerbslokal. Für die Verschiebung innerhalb von Biel stehen die öffentlichen Buslinien und zusätzliche Shuttles zur Verfügung, die mit dem Fest-Pin kostenlos nutzbar sind. Dennoch sollte man genügend Zeit einrechnen.
Besuchenden wie Musizierenden empfahl sie wärmstens die Anreise mit dem öV. Die SBB hat entsprechende Angebote ausgearbeitet: Für die Anreise kann ein Schnupper-Halbtax gelöst werden, und dank Event'n'Rail trifft man ohne Parkplatzsorgen in Biel ein und profitiert von 20 % Rabatt auf den Fest-Pin.

Die Fest-App werde anfangs Mai aufgeschaltet, informierte Hanspeter Frischknecht, Leiter Finanzen beim SBV und beim EMF26.
Fabrice Reuse konkretisierte das Vorgehen zur Kontrolle der Mitgliederbestände am Fest. Im Nachgang ans Fest werde anhand von Fotos überprüft, ob die tatsächlich angemeldeten Musikantinnen und Musikanten auf der Wettbewerbsbühne gesessen haben. Für jede unangemeldete Person müssen nachträglich Fr. 242.50 bezahlt werden.

Bei den teilnehmenden Musizierenden werden beim Verlassen der Bühne Stichproben gemacht, ihre Identität überprüft und mit Hitobito abgeglichen. Identitätskarte, Reisepass oder Musikerpass dabeihaben, um sich auszuweisen! Bei Zuwiderhandlung werden für den Vortrag keine Punkte vergeben. Die Expertenberichte werden trotzdem ausgestellt.
Michel Graf, Vizepräsident beim SBV und im OK, stellte das Line-up des Festivals vor, insbesondere diejenigen Bands verschiedenster Genres, die auf den offenen Bühnen von Biel musizieren werden. Die Zutritte zu den Wettbewerbsvorträgen und Konzerten sind kostenlos. Aus feuerpolizeilichen Gründen sind je nach Lokalität Tickets auf Eventfrog zu reservieren.

«Das Radio ist ein führendes Medium am EMF26», erklärte Jean-Marc Richard, Moderator RTS und Verantwortlicher für die Nationalen Volksmusikplattform IAF. In Biel wird die Parademusik mit Evolutionen von rund 30 Vereinen aufgezeichnet und übertragen - dies geschieht mittels Golf-Cars und ist weltweit eine Premiere.

Es wird an allen vier Tagen Live-Ausstrahlungen geben. Rund 30 Personen von SRF SSR arbeiten für diese Sendung, die am 23. Mai auf allen vier nationalen Sendern ausgestrahlt wird. «So viel Sendezeit haben wir für die Volksmusik noch nie erhalten», sagte Richard abschliessend.
Nun ist bekannt, welche Sendungen die SRG zum wichtigsten Blasmusikanlass des Jahres plant.
Die nächste Delegiertenversammlung des Schweizer Blasmusikverbands wird am 24. April 2027 in Martigny durch den Kantonalen Musikverband Wallis ausgerichtet.
Abschliessend folgten zwei weitere Grussbotschaften - einerseits von Oberst Aldo Werlen, und andererseits von Grossratspräsidentin Edith Siegenthaler.






