Paul Huber (1918-2001) war einer der prägenden Schweizer Komponisten. 2026 jährt sich sein Todestag zum 25. Mal. Zu seinen Ehren veröffentlicht «unisono» ein Interview aus der MAESTRO-Jubiläumsausgabe 1995, geführt von René Messmer, veröffentlicht in der Blasmusikzeitung 15-16/95.
In der Reihe «Gefragte Musiker - kurz befragt» ist folgendes Interview mit Prof. Dr. h. c. Paul Huber, St. Gallen, erschienen.

Ich wollte schon immer Musiker und Komponist werden.
Diese Rückstufungen sind für mich unverständlich. Sicher werden sie sich für die Interpretation der betreffenden Kompositionen nachteilig auswirken.
Ich bin fast immer mit der Ausarbeitung einer Komposition beschäftigt, heute aber eher mit Werken für Orchester oder für Chor und Orchester.
Kann man das überhaupt?
Das könnte in etwa auch meine Maxime sein.
Jedem das Seine. Meine Sache ist das nicht.
In meiner «Geistlichen Musik» gibt es keine «Lieblingsmixtur».
Dasselbe gilt auch für meine «Profane Musik».
Für mich kein Thema.
General Guisan im Spätsommer 1953 anlässlich eines Besuches in St. Gallen, als er auf dem Klosterplatz stand und mein «Lied vom Kreuz» verklungen war.
Nein. Aber eine Paul-Huber-Gesellschaft, die sich für die Aufführungen meiner Kompositionen einsetzt.
Diese Ortsbezeichnungen beweisen, dass unsere Vorfahren noch eine enge Beziehung zu Heiligen hatten und diese hoch verehrten.
Mehr als nur der «Gute Geist»: die ideale Gattin und die unentbehrliche Partnerin seit 44 Jahren.
Sie ist für eine besonders ausdrucksstarke Wendung in einer Melodie sehr geeignet, muss aber sparsam verwendet werden.
Nein.
Ich vertone mit Vorliebe literarische Texte, die sehr sorgfältig ausgewählt werden.
SBV-Musikkommissionspräsident Thomas Trachsel ist ein grosser Verehrer von Paul Huber und hat sich, ebenfalls aus aktuellem Anlass, Gedanken zu seinen Werken gemacht.
Ungefähr 450 - ohne die Jugendwerke, die ich vor meinem Musikstudium als Gymnasiast geschrieben habe.
Nach meiner persönlichen Einschätzung ist es das weiträumig angelegte «REQUIEM für Soli, Chor, Orgel und Orchester». Es ist am 12. Juni 1995 in der Berliner Philharmonie vom berühmten Chor der St. Hedwigs-Kathedrale mit erstklassigen Solisten und dem Sinfonie-Orchester St. Gallen unter der Leitung des Schweizer Dirigenten Dr. Alois Koch aufgeführt worden.
Erwartungsvoll bin ich nach Berlin gereist und habe mit grosser Freude Eindrückliches miterlebt.
Dem Namen Hedwig bin ich ganz besonders verbunden. Meine stete Begleiterin hat die grandiose Aufführung in Berlin natürlich auch mitverfolgt. Mehr noch: gegen hundert St. Galler, darunter zahlreiche Mitglieder der Paul-Huber-Gesellschaft, sind in die Philharmonie der deutschen Hauptstadt mitgereist.
18 schweizerische und 8 ausländische Verlage.
Nur einmal: nach der letzten Aufführung meines Festspiels «Frau Musika» am Eidg. Musikfest 1948 in St. Gallen.
In den meisten europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika, in Japan und Australien.
Das Werkverzeichnis von Paul Huber umfasst weit über 400 Kompositionen aller Sparten. Rund ein Viertel davon sind geistliche und liturgische Werke. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Originalkompositionen für Blasmusik, daneben Werke für Orchester bis hin zur gross angelegten Sinfonie.
Das Ziel der Paul Huber-Gesellschaft ist es, das Lebenswerk des Komponisten im In- und Ausland zu fördern und für die Nachwelt lebendig zu erhalten. Sie schätzt es, wenn Paul Hubers Kompositionen in Konzertprogramme aufgenommen werden.
Aus der Erkenntnis, dass man angesichts der grossen Meister (z. B. Bach, Mozart, Beethoven, Bruckner etc.) nur ein Anfänger ist.
Unerlässlich, um schöpferisch arbeiten zu können.
Die inkompetente und die unsachliche Kritik!
Am meisten bedeutet mir das Ehrendoktorat der Universität Fribourg aus dem Jahre 1979. Mein Kommentar dazu: O VANITAS VANITATUM!
An der 150-Jahr-Feier des Kantons St. Gallen, als das «St. Galler Bundesspiel» aufgeführt wurde, dürfte die einzigartige Kulisse im Klosterhof 30 000 Zuschauer umfasst haben ...
Ich möchte Sie nicht enttäuschen. So sei's halt: Zu Ihrem «spassigen» Text gehört eine entsprechende Melodie. Hier ist sie in Form eines dreistimmigen Kanons, den ich dem Dirigenten-Verband zum 50-Jahr-Jubiläum widme. «Singe, wem Gesang gegeben!»

Prof. Dr. h. c. Paul Huber, wir danken Ihnen für den Gratulations-Kanon sowie Ihre offenen und spontanen Antworten ganz herzlich und wünschen Ihnen alles Gute.
René Messmer