Das Verbandsjahr 2025 des Schweizer Blasmusikverbands war herausfordernd und hoffnungsvoll zugleich. Insbesondere die Herausforderungen menschlicher, organisatorischer und musikalischer Natur verlangten nach Weiterentwicklung und Neudefinierung.
Die Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbands (SBV), Luana Menoud-Baldi, der Vizepräsident Hans Seeberger und das Verbandsleitungsmitglied Peter Börlin blicken auf ihre Projekte 2025 zurück.
Verbandspräsidentin Luana Menoud-Baldi erinnert zu Beginn ihres Jahresberichts mit Dankbarkeit an den Anfang 2025 verstorbenen Kollegen Markus Maurer. Sein Engagement und seine Kompetenz bleiben in lebendiger Erinnerung und prägen die weitere Arbeit.
Die Strategie 2025-2030 baut auf der Strategie 2020-2025 auf und verbindet Tradition, Stabilität, Entwicklung und Dynamik. Sie fokussiert die drei Perspektiven Struktur, Technik und Kultur und verfolgt das Ziel, den SBV als Kompetenzzentrum für Blasmusik in der Schweizer Kulturszene zu etablieren und seine Ausstrahlung zu stärken.

Eine Umfrage bei den Kantonalverbänden bestätigte die strategische Ausrichtung. Die Verbandsleitung präsentierte die Ergebnisse im März 2025 dem Mitgliederrat. «Nicht alle Ziele wurden erreicht, doch das Fundament ist solide - und wir setzen unseren Weg mit Überzeugung fort», so die Verbandspräsidentin.
Für die Umsetzung brauchte es personelle, technische und finanzielle Ressourcen. Die Geschäftsstelle war 2025 in einer Übergangsphase. Mit der Ernennung von Gian Walker zum Leiter kehrte ab September Stabilität ein und neue Perspektiven entstanden. Ein Dank gilt allen, die die Kontinuität gesichert haben.
Die Delegiertenversammlung 2025 genehmigte die neue Beitragsstruktur: Die Integration der Kommunikation und die Erhöhung des Mitgliederbeitrags stärken die finanzielle Basis und ermöglichen neue Projekte.
«Vielen Dank für dieses starke Signal, das Ihr Vertrauen und Ihre Solidarität zeigt. Die dynamische Zusammenarbeit war das ganze Jahr spürbar - in Treffen mit Kantonal- und Regionalkomitees, Mitgliedsverbänden sowie in musikalischen Begegnungen mit Musikern und Dirigentinnen. Gemeinsam treiben wir Lösungen voran und gestalten die Zukunft», sagte Luana Menoud-Baldi.

Hitobito hat sich als zentrales Instrument für die Mitgliederdatenverwaltung etabliert. Seit 2020 trieben Simon Betschmann und später Gian Walker die Weiterentwicklung voran. Mit der Anbindung an die FFM-Software 2025/2026 gelang ein wichtiger Schritt.
Die Entwicklung entstand in enger Zusammenarbeit mit den Kantonalverbänden und Musikgesellschaften. Die Datenverwaltung bleibt eine kollektive, zentrale Aufgabe, ist noch ausbaufähig und gewinnt mit Blick auf den Musikerpass weiter an Bedeutung.
Mit der Gründung der SBV-Redaktion 2022 erfolgte die «unisono»-Produktion intern. Damit sanken die Kosten und die redaktionelle Qualität stieg. Die Inhalte erscheinen seither einheitlich in Print, auf der Website, auf der Plattform «unisono», im E-Paper, in Newslettern und in den sozialen Netzwerken.
Die Umfrage Ende 2024 markierte den Wendepunkt: Die Mehrheit der Mitgliederverbände unterstützte die vollständige Digitalisierung. Anfang 2026 startete «unisono» in eine neue Ära. Diese Entwicklung war nur dank dem entschlossenen Engagement der SBV-Redaktion möglich, so die Verbandspräsidentin - der Chefredaktorin und des Redaktionsteams, der Layouterin, von Eric Kunz und allen Beteiligten.

2025 erhielt der SBV in Rotkreuz den Preis für Zwei- und Mehrsprachigkeit des Forums für Zweisprachigkeit - eine Anerkennung für den Dialog zwischen den Sprachgemeinschaften durch die Musik.
Nach dem Rückzug des OK Interlaken 2026 stand der SBV vor einer grossen Herausforderung. Klar war: Das Eidgenössische Musikfest muss 2026 stattfinden.
Innert drei Wochen fand sich mit Biel/Bienne ein neuer Gastgeber. Seither bereiten OK-Präsidentin Nadja Günthör und ihr Team das EMF26 mit 550 Vereinen und rund 22 000 Musikantinnen und Musikanten in nur 17 Monaten vor. Der grosse Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere Michel Graf, Hanspeter Frischknecht, Rolf Enggist und Christian Kobel.

2025 entstand im Rahmen der EMF26-Organisation eine Partnerschaft mit der SRG SSR. Gespräche mit Gilles Marchand (2023) und der SRG SSR (2024) führten zur engen Zusammenarbeit mit Jean-Marc Richard, dem IAF-Team und Martin Borer (SRF). Ein nationales Projekt brachte Blasmusik, Radio und Fernsehen zusammen.
«Wir freuen uns auf die Präsenz in Radio, Fernsehen und im Streaming auf Play Suisse sowie auf die Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Medien», sagt Luana Menoud-Baldi.
2025 dominierten Diskussionen zum Programm Jugend und Musik (J+M). Am 1. Juli 2025 trat ohne Konsultationsverfahren eine neue Verordnung in Kraft, löste breite Kritik aus und verlagerte die Debatte auf die politische Ebene. Der SBV engagierte sich aktiv, koordinierte die Kräfte in einer Arbeitsgruppe und forderte eine Überarbeitung. Im Dialog mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wurden erste Schritte eingeleitet.
Klar bleibt: J+M muss die Amateurmusikvereine stärken, den Zugang zur Ausbildung erleichtern und faire Rahmenbedingungen schaffen. Heute bremsen komplexe Verfahren und steigende Anforderungen die Wirkung.
Das Fazit: Es braucht stärkere Musikausbildung in den Schulen, faire Tarife und eine konsequente Talentförderung - idealerweise auf Basis eines eigenen Bundesgesetzes.
Der Infodesk des SBV auf der Verbandswebseite ist die zentrale Anlaufstelle für Vereine, Verbände und Engagierte der Blasmusik. Er bietet praxiserprobte Tools, Vorlagen und Wissen - kompakt und direkt einsetzbar.
«Die Plattform stärkt, entwickelt und vernetzt die Schweizer Blasmusik. Sie unterstützt mit Anleitungen, Checklisten und Vorlagen in zentralen Bereichen zu den Themen Mitglieder gewinnen und binden, Kommunikation verbessern, Ausbildung fördern und Vereine effizient führen», freut sich Hans Seeberger, Projektleiter und SBV-Vizepräsident.

Alle Inhalte stammen aus der Praxis für die Praxis und wurden von Vereinen und Verbänden entwickelt. Sie helfen, Abläufe zu professionalisieren und Herausforderungen strukturiert zu lösen. Neue Beiträge sind willkommen; die Rechte bleiben bei den Einreichenden.
Entwickelt wurde der Infodesk von der ständigen Kommission Angebote und Dienstleistungen. Ein Dank gilt dem Ausschuss mit Roland Kohler und Theo Martin für die Vorarbeit. Mit externer Unterstützung durch die HERZKA Organisationsberatung und Hector Herzig wurde aus der Idee ein praxisnaher Service für den Vereinsalltag.
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Die Sponsoringsuche bleibt anspruchsvoll. Peter Börlin verfolgt in seinem letzten Jahr als Verbandsleitungsmitglied das Ziel, einen Verbandssponsor zu gewinnen. Im November war der SBV erneut an der BRAWO in Stuttgart präsent. Die Messe brachte starke Gespräche, neue Kontakte und grosses Interesse an der Schweizer Verbandsarbeit - insbesondere am EMF26 in Biel.

Im Veteranenwesen sorgt die erfolgreiche Neubesetzung der Geschäftsstelle für Stabilität. Gian Walker hat sich rasch eingearbeitet und die Rückstände 2025 konsequent aufgearbeitet. Die Prozesse bei Veteranenmeldungen und Medaillenbestellungen werden weiter angepasst, mit Fokus auf klare Abläufe und verlässliche Zusammenarbeit.
«Ich besuche jährlich zahlreiche Veteranentagungen - eine wertvolle Aufgabe für den Austausch und die Vernetzung», sagt Peter Börlin. Künftig werden die Prioritäten gezielter gesetzt und daher können nicht mehr alle Tagungen besucht werden.
«Danke für das Verständnis und die grosse Gastfreundschaft. 2026 ist mein letztes Jahr im SBV und im Veteranenwesen», so Börlin abschliessend.