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«Musik ist mein Anker»

«Musik ist mein Anker»
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Die Radio- und Fernsehfrau Michèle Schönbächler gehört zu den besten Amateurmusikerinnen der Schweiz. Sie freut sich auf das Eidgenössische Musikfest in Biel und sagt: «Neben der Liebe und dem Sport sorgt Musik für die grössten Emotionen.»

Sie sprüht vor Begeisterung, wenn sie von ihrer Leidenschaft erzählt, dem Musizieren. Bei der Obwaldnerin Michèle Schönbächler (45), die als Co-Leiterin von Radio SRF 1 und SRF ­Musikwelle arbeitet, spielt die Musik nicht nur beruflich eine grosse Rolle, sondern auch privat: Die ambitionierte Klarinettistin spielt seit knapp 30 Jahren im Symphonischen Blasorchester Feldmusik Sarnen. Der Verein mit Harmonie-Besetzung spielt in der Höchstklasse und damit quasi in der Super League der Schweizer Blasmusik. In dieser Kategorie werden sich am Eidgenössischen Musikfest in Biel BE insgesamt elf Vereine messen.

Michèle Schönbächler mit Sohn Lionel am Xylophon
Michèle und Lionel - beide, Mutter und Sohn, musizieren begeistert in der Feldmusik Sarnen.

Mit der ganzen Familie am «Eidgenössischen»

«Der Auftritt in Biel wird ein sehr emo­tio­naler Moment», sagt Michèle Schönbächler. ­Am schnellsten wird ihr Herz schlagen, wenn ihr 13-jähriger Sohn Lionel als Jüngster des 80-köpfigen Korps am Xylophon die besonders schwierigen Stellen spielt. «Er macht das wahnsinnig gut mit seiner jugendlichen Leichtigkeit und Frische», schwärmt sie.

Auch Lionels Papa, der Profimusiker Michael Schönbächler (46), spielt in der Feldmusik Sarnen. Michèle und er lernten sich einst beim Musizieren kennen. Inzwischen sind sie geschieden. «Wir sind in Frieden auseinandergegangen. Heute ist Michael mein bester Freund», sagt sie. Er spielt Posaune und ist zudem Dirigent der Musikgesellschaft Ennetbürgen (1. Klasse Harmonie), bei der Michèle Schönbächler als Zuzügerin für das «Eidgenössische» ebenfalls mitspielt.

Familie Schönbächler mit Instrumenten
Michael, Lionel und Michèle Schönbächler.

Ausgleich und Anker

Schon als Neunjährige begann Michèle Schönbächler mit dem Klarinettenspiel. Sie spielte in Jugendmusiken, machte die Musikmatura und überlegte sogar kurz, Musik zu studieren. Doch dann startete sie ihre Medienkarriere beim Regionaljournal Zentralschweiz von Schweizer Radio SRF. Heute moderiert sie neben ihrer Co-Leiter-Funktion beim Radio einmal pro Monat die SRF-1-Sendung «Persönlich», und im Fernsehen kommentiert sie die Pferdesportanlässe.

Michèle Schönbächler spielt Klarinette an der Vereinsprobe
Die Musik ist Michèle Schönbächlers Ausgleich.

«Die Feldmusik Sarnen ist für mich ein wichtiger Ausgleich und ein Anker, wenn es privat oder beruflich mal schwierig oder turbulent ist», sagt sie und fügt an: «Drei Dinge im Leben decken die ganze Emotionspalette von der brutalsten Enttäuschung bis zum höchsten Glück ab: die Musik, der Sport und die Liebe.»

Von 13 bis 82 sind alle dabei

Normalerweise übt die Single-Frau daheim dreimal die Woche, im Moment nimmt sie ihr Instrument aber täglich aus dem Koffer. Es freut sie, dass ihr Sohn als Perkussionist das Hobby mit derselben Leidenschaft ausübt. «Es ist so toll, wenn junge Menschen zusammen musizieren. Mit Geduld und Präzision lernen sie, gemeinsam auf etwas Hinzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen oder einfach nur zuzuhören.» Besonders schön sei zudem, dass Blasmusik generationenübergreifend sei: So ist Schönbächlers Klarinettenkollege Luigi Vigano mit seinen 82 Jahren immer noch mit Herzblut dabei.

Oliver Waespi mit den Händen gestikulierend und Michèle Schönbächler
Michèle Schönbächler bei der Werkseinführung von «One Sound to All» durch den Komponisten Oliver Waespi.

Das Selbstwahlstück der Feldmusik Sarnen «One Sound to All» weckt bei Michèle Schönbächler grosse Gefühle. Der Vortrag am Eidgenössischen Musikfest dürfte der Höhepunkt ihrer gesamten bisherigen Amateur-Musikkarriere werden. Die Sarner gaben das Stück eigens für den Wettbewerb beim Berner Komponisten Oliver Waespi (54) in Auftrag. Sein Leitmotiv sind die Kirchenglocken rund um den Sarnersee. Michèle Schönbächler sagt: «Es ist das beste Stück, das ich je spielen durfte, und ich glaube, dass am Schluss bei mir alle Dämme brechen werden.»

Info: Dieser Artikel erschien erstmals in der GlücksPost.