Unter diesem Motto hat der Musikverband beider Basel (MVBB) im Jahr 2025 ein neues Strategiepapier entwickelt, das nun schrittweise umgesetzt wird. Im Gespräch mit Enzo Ramundo, Vizepräsident MVBB, erfährt die Redaktorin mehr über die Entstehung der «Strategie 2030», deren Ziele und zentralen Handlungsfelder.
Unser Kantonalverband wurde im Jahr 2007 gegründet. Seine Mitglieder sind die knapp 60 Musikvereine der beiden Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt, insgesamt über 1500 Musikantinnen und Musikanten. Die Tendenz ist schon länger abnehmend. Wir standen wie andere Verbände vor der Frage, ob wir die Fakten hinnehmen und zuschauen, wie wir uns immer weiter von der kulturellen Landschaft entfernen, oder das Heft selbst in die Hand nehmen und der Tendenz Paroli bieten.
Wir haben eine Online-Umfrage an alle Musikantinnen und Musikanten des MVBB gesendet. Von 1500 Mitgliedern haben 500 teilgenommen. Dieser Rücklauf hat uns sehr gefreut und die Antworten der Teilnehmenden haben gezeigt, dass durchaus Interesse vorhanden ist, unseren Verband weiterzubringen.

Mit einer Peergroup von zwölf Personen im Alter von 19 bis 70 Jahren haben wir anhand der Umfrageresultate die Themenschwerpunkte entwickelt und Handlungsfelder ausgearbeitet. Dabei haben wir viel diskutiert und «über den Rand hinaus» gedacht.
Ja, Caroline hat dafür gesorgt, dass wir stets positiv, kreativ und zielstrebig zusammenarbeiten und vorwärtskommen. Das Erarbeitete haben wir immer wieder mit der Peergroup und auch mit den Vereinspräsidenten gespiegelt, weil einige Vereine bei der Umfrage gemeldet hatten, dass sie den Verband zu wenig spüren.
Es ist eine Einladung zum Mitdenken, Mitreden, Mitspielen und zum Mutig sein, zur Klarheit, zu ehrlichen Analysen und Eingeständnissen, zur Lust auf Veränderung und einer gemeinsamen Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Dieses Strategiepapier lebt davon, gelesen, hinterfragt, diskutiert und weiterentwickelt zu werden.

Genau [lächelt und sagt ihn auf]:
Modern,
Verbindend und
Begeisternd für die
Blasmusik - MVBB!
Gemeinsam richten wir den Fokus auf das, was zählt: moderne Ideen, verbindende Momente und begeisternde Lösungen für die Herausforderungen in unserer Blasmusik. Und wir schaffen bereits heute Formate für die Generationen von morgen und verbessern unsere Sichtbarkeit in der breiten Öffentlichkeit.
Richtig. Wir haben die Themen aus der Umfrage sortiert, zusammengefasst und daraus die Definition der neun Handlungsfelder abgeleitet: Jugendförderung, Next Gen - Blasmusik, Vorstand & Musikkommission, Öffentliche Anlässe, Kommunikation, Kooperationen & Partnerschaften, Verbandsinterne Veranstaltungen, Aus- & Weiterbildung, Finanzen & Sponsoring. Danach haben die Vereinspräsidien sie priorisiert und wir haben die zeitliche Planung der Umsetzungsmassnahmen festgelegt.
Für die Jugendförderung, heute bereits aktive Jungmusikantinnen und -musikanten, bestehen bereits Arbeitsgruppen und auch der nächste Wettbewerb für die Jugend steht schon fest - er findet 2027 statt. Die Jungen zieht das Handlungsfeld Next Generation an. Ziel ist, jedes Kind mindestens einmal mit Blasmusik in Kontakt zu bringen. Grosses Potenzial sehen wir auch in der Kommunikation: Wir wollen die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Blasmusik in der Öffentlichkeit nachhaltig verbessern.
Dazu tragen auch öffentliche Anlässe bei: Die Blasmusik soll im Zentrum stehen, im eigenen Ort und in der Region aktiv gelebt und attraktiv gestaltet werden - für die Vereine wie fürs Publikum. Deshalb sollen auch wieder regelmässig Musiktage stattfinden. Handbücher sollen u.a. dabei helfen, die Organisation zu standardisieren und vereinfachen.

Wir haben «draussen bei den Vereinen» über das Verbandsgebiet verteilt vier Informationsveranstaltungen durchgeführt. Damit wollten wir bewusst und nach dem Motto «Die Begeisterung muss mit der Begegnung entstehen» alle interessierten Musikanten und Musikantinnen ansprechen und zur Teilnahme motivieren.
Gut! Mit einer Tour d'Horizon haben wir einen informativen Überblick gegeben, die Strategie und die Handlungsfelder vorgestellt und aufgezeigt, wie viele Personen es in welchen Arbeitsgruppen braucht und was die Teilnehmenden mitbringen müssen. Die Interessierten konnten sich in einer Liste eintragen. Inzwischen haben wir bereits über zwanzig Leute motivierte Personen gefunden.

Diejenigen, die kamen, sind Feuer und Flamme. Es sind auffallend viele Junge dabei. Sie haben gemerkt, dass etwas passiert und sie sich einbringen können. Das wollen auch die älteren Generationen, weil sie spüren, dass ihr Verein «brösmelet».
Auf jeden Fall. Wir haben das Konzept auch den Turnern, Schützen und dem Jodlerverband der Region gesendet sowie dem Solothurner und Aargauer Blasmusikverband. Die Ansätze unseres Konzepts kommen sehr gut an. Zudem haben wir die Strategie auch den Kulturämtern von Baselstadt und Baselland vorgestellt. Sie sind begeistert vom Resultat und haben uns bestätigt, dass auch andere Ämter die Strategie wahrgenommen haben.
Ja, es stehen viele Wechsel an und wir möchten sie nutzen, um die Zusammensetzung des Vorstands auf die Strategie auszurichten. Dabei priorisieren wir entsprechend den Handlungsfeldern. Wir brauchen unbedingt jemanden, der sich der Jugendförderung annimmt. Weiter denken wir eine Geschäftsstelle an, wie andere Kantonalverbände sie haben. Der «Big Bang» mit Statutenanpassung und Wahl des neuen Vorstands soll an der Delegiertenversammlung 2027 erfolgen.
Dank dem grossen finanziellen Beitrag mit «indirekten Fördermassnahmen» durch das Amt für Kultur des Kanton Basel-Landschaft, durften wir während der Strategie-Entwicklung auf die Unterstützung von Caroline Specht zählen.

Funktion im MVBB
Vizepräsident und
Projektleiter «Strategie 2030»
Beruf
Betriebswirtschafter HF
Instrument
Euphonium
Engagements in der Musik
Mitglied beim Musikverein Muttenz, Mukopräsident und Vizepräsident
Warum setzt du dich für die Blasmusik ein?
Sie ist mein Hobby und der dringend benötigte Ausgleich zu meinem Berufsleben.
Was lehrt uns der Musikverein?
Dass die Gemeinschaft über allem steht.
Hobbys nebst der Musik?
Kochen, Fussball
Familie
Verheiratet mit Doritt, 3 Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen (13, 10, 7 Jahre)