Matt Stämpfli ist Leiter Festival Entertainment des Eidgenössischen Musikfests 2026 in Biel. Er hat «unisono» verraten, was ihn motiviert hat, das Line-up zu gestalten, was bei der Act-Wahl zentral war und welche Highlights das Festivalprogramm bietet.
Als Leiter Festival Entertainment bin ich verantwortlich für die Konzeption, Planung und Umsetzung des gesamten Rahmenprogramms. Konkret habe ich das Line-up gestaltet, die Künstler gebucht und eine Struktur über die einzelnen Festtage hinweg entwickelt. Neben der inhaltlichen Arbeit gehören auch die Abstimmung mit Technik, Logistik und anderen Ressorts, die Budgetverantwortung sowie die operative Umsetzung während des gesamten Festivals zu meinen Aufgaben.
In der Regel rechnet man bei einem Anlass dieser Grössenordnung mit einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren.

Ja, für die gesamte Organisation standen uns rund 15 Monate zur Verfügung - was für einen Anlass dieser Grösse sehr sportlich ist.
Mich hat vor allem die Möglichkeit motiviert, das Festival aktiv und in seiner inhaltlichen Ausrichtung mitzugestalten - geprägt von meinen eigenen Erfahrungen als Musiker und Juror an früheren Musikfesten. Dabei ist bei mir der Wunsch entstanden, das musikalische Erlebnis über die Wettbewerbe und Marschmusikvorträge hinaus weiterzuführen - damit man auch danach weiterhin Musik erleben und Neues entdecken kann.

Im Zentrum steht die Vielfalt: unterschiedliche Stilrichtungen, Formate und Spielorte, die es ermöglichen, Neues zu entdecken und einen vielfältigen Einblick in die Blasmusik zu erhalten. Wichtig war uns dabei auch, Musizierende, die Bevölkerung wie Gäste von ausserhalb anzusprechen - und Räume zu schaffen, in denen man sich begegnet, miteinander Musik erlebt und das Festival als Ganzes wahrnimmt.
Ein zentraler Leitgedanke war, dass jede Formation einen Bezug zum Blasinstrument hat. In jeder Formation wird mindestens eines gespielt, unabhängig von der Stilrichtung. Ergänzend dazu war es uns ein Anliegen, auch Raum für Austausch und neue Perspektiven zu schaffen - beispielsweise mit Formaten, in denen Themen wie die Zukunft der Blasmusik, der Wandel der Szene oder Fragen von Offenheit und Identität diskutiert werden.

Im Kern besteht unser Entertainment-Team aus vier Personen. Neben mir sind das Susanne Müller, Jessica Wipfli und Yves Chapuis. Ergänzt wird dieses Kernteam durch weitere Personen, die uns punktuell unterstützen oder in einzelnen Bereichen mitarbeiten.
Das Kernteam kurz vorgestellt:
ist verantwortlich für die Konzeption, Planung und Umsetzung des gesamten Rahmenprogramms.
übernimmt eine zentrale koordinative Rolle. Sie hält alle Fäden zusammen, strukturiert Themen und ist in verschiedenen organisatorischen Abläufen eine wichtige Stütze. Weil bei Matt oft viele Themen gleichzeitig präsent sind und er zwischen ihnen ruhelos hin und her wechselt, ist ihr Überblick über viele Details besonders wertvoll.
bringt ihre kreative Handschrift ein und gestaltet zum Beispiel ein zentrales Element, das am Festival sichtbar sein wird - mehr dazu wird noch nicht verraten. Zudem verantwortet sie die Youth Night am 14. Mai gemeinsam mit einem eigenen Team, das dieses Projekt organisiert und gestaltet.
ist ein erfahrener Eventmanager, der das Team in vielen Bereichen unterstützt und seine grosse praktische Erfahrung einbringt - insbesondere dort, wo es um die Umsetzung und Organisation vor Ort geht.
Ich glaube, der entscheidende Punkt ist, dass wir das Festival bewusst offen gestalten. Man muss keine Berührungspunkte mit Blasmusik haben, um vorbeizukommen und etwas zu erleben. Das Angebot ist vielfältig - von Blaskapelle über Balkan-Jazz, Big Band und Brass-Pop bis hin zu einer Kombination aus Kirchenorgel und Elektro-Trompete oder einem Stummfilm mit Live-Musik. Und alle Konzerte sind kostenlos.
Es lohnt sich, durch die Stadt zu bummeln, die verschiedenen Plätze zu besuchen, etwas zu essen oder zu trinken und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, gezielt eine Bühne zu besuchen oder sich neugierig vom Angebot überraschen zu lassen.

Ein zentraler Treffpunkt ist die Main Stage auf der Esplanade, wo am Mittwoch die Eröffnungsfeier stattfindet und ab Donnerstag an allen Tagen ab 16.45 Uhr sowie am Sonntag ab 11.45 Uhr mehrere Konzerte und Rangverkündigungen auf dem Programm stehen. Gleichzeitig gibt es auf dem Guisanplatz eine weitere Bühne mit einem durchgehenden Programm von 11.00 bis 23.00 Uhr und am Sonntag bis 18.00 Uhr. Darüber hinaus finden weitere besondere Formate im Nebia, in der Stadtkirche und in der Stadtbibliothek statt.
Es ist die Vielfalt der Formate, die Möglichkeit, Neues zu entdecken und einfach den Moment zu geniessen. Das Zusammenspiel aus Musik, Kulinarik und Begegnung macht für mich den besonderen Charakter aus. Genau daraus entsteht das eigentliche Highlight.

Ich werde bewusst keinen einzelnen Act hervorheben. Für mich liegt der besondere Wert im partnerschaftlichen Miteinander mit allen Formationen.
Ja genau. Mir ist es ein grosses Anliegen, dass sich die Bands bei uns wohlfühlen, gut betreut werden und wir - wo immer möglich - auf ihre Bedürfnisse eingehen können. Gleichzeitig erfahre ich von vielen ein grosses Entgegenkommen. Gerade in der kurzen, intensiven Planungsphase war das keine Selbstverständlichkeit - es gab immer wieder Anpassungen, und nicht alle Informationen konnten so früh fliessen, wie wir uns das gewünscht hätten.

Das Miteinander und das Verständnis, das uns entgegengebracht wird. Deshalb bin ich nicht auf einen einzelnen Act stolz, sondern auf das gemeinsame Engagement und die Zusammenarbeit, die dieses Festival möglich machen.
Ich sage es einmal so: Das Budget verlangt einen sehr bewussten Umgang mit den Mitteln. Das bedeutet auch, dass wir bewusst auf grosse internationale Headliner verzichtet haben - mit wenigen sehr bekannten Namen wäre ein grosser Teil des Budgets bereits gebunden gewesen.
Richtig. Mir war es wichtig, eine möglichst grosse Vielfalt an Acts präsentieren zu können und vielen Formationen eine Plattform zu bieten. Das bedingt eine sorgfältige Planung.
Nebst der Koordination von über 50 Acts mit rund tausend Musizierenden sind die Organisation der Backstage-Räumlichkeiten inklusive Verpflegung sowie die Personaleinteilung zentrale Themen.
Insbesondere die Abstimmung mit der Technik bei Umbauzeiten sowie Auf- und Abbau der Formationen. Die unterschiedlichen Anforderungen der Bands erfordern dabei eine präzise Planung. Und darüber hinaus sind es oft die vielen kleinen Details, die im Zusammenspiel stimmen müssen, damit am Ende alles reibungslos funktioniert.
