Nur noch wenige Wochen bis zum Eidgenössischen Musikfest 2026 Biel/Bienne (EMF26), dem weltweit grössten Festival seiner Art! Das EMF26 wird von einem äusserst engagierten Team in Rekordzeit auf die Beine gestellt. Die OK-Präsidentin Nadja Günthör spricht mit «unisono» über die grosse Vorfreude auf ein «besonders cooles» Fest und über die noch anstehenden Herausforderungen.
Nach der Absage aus Interlaken kam Michel Graf, Vizepräsident des Schweizer Blasmusikverbands (SBV), anfangs Dezember 2024 auf mich zu und fragte, ob ich das machen würde. Ich schluckte erst drei Mal leer, denn die Herausforderung, ein solch grosses Fest in der verbleibenden Zeit auf die Beine zu stellen und mit einem Budget von null Franken zu starten, schien mir auf den ersten Blick zu gross.
Ich bin eine Macherin, organisiere und helfe gern, stehe auch hin und übernehme Verantwortung. Und ich wusste, dass das EMF stirbt, wenn niemand in die Bresche springt! Ich sehe mich durch und durch als Vereinsmensch, der die Leute und die Musik gern hat. Die Musik - insbesondere die Blasmusik mit ihren Vereinen - ist ein spannendes Kulturgut, das Menschen verbindet. Ausserdem bot sich mir so die Gelegenheit, einen Einblick in den grössten Amateur-Musikverband der Schweiz zu erhalten, andere Menschen kennenzulernen und viel Neues zu lernen.

Genau, das Fest wird anders als bisher. Wir wollen speziell unseren jungen Musikantinnen und Musikanten etwas bieten. Sie sollen das EMF26 als modern und lohnend wahrnehmen und am Ende sagen: «Das war ein cooles Fest!»
Ich sehe Chancen für den Verband wie auch für die Blasmusikszene, ihr Image zu verjüngen. Am EMF kann sie sich frisch und dynamisch präsentieren und der Bevölkerung zeigen, wie cool die Blasmusik und ihre Vereine tatsächlich sind.
Den teilnehmenden Vereinen wird das EMF einen sehr würdigen Rahmen bieten, um wichtige gesellschaftliche Werte zu zelebrieren, die in ihren Reihen meist noch ganz selbstverständlich sind. Ich denke besonders an den Zusammenhalt und die Rücksichtnahme zwischen jüngeren und älteren Mitgliedern, an das gegenseitige Vertrauen, daran, gemeinsam an einem Ziel wie der EMF-Teilnahme zu arbeiten und den Erfolg am Schluss hoffentlich als Team zu feiern.

Mein OK-Team macht einen tollen Job. Obwohl alle einem Beruf nachgehen, engagieren sie sich ehrenamtlich für das «Eidgenössische». Das ist nicht selbstverständlich, vor allem in Anbetracht der Kurzfristigkeit. Auch die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung, mit den Verkehrsbetrieben Biel sowie mit Tourismus Biel Seeland läuft bestens und dafür bin ich sehr dankbar. Weil unsere Organisationsdauer so kurz ist, halte ich als OK-Präsidentin nicht nur die Fäden in der Hand, sondern schreibe Briefe auch mal selbst, korrigiere Texte oder gehe auf Sponsorensuche.
Ich weiss es manchmal auch nicht, aber es läuft einfach [strahlt]. Manchmal muss man dieses innere Feuer auch einfach weitergeben und mit anderen teilen, zum Beispiel mit all den guten und enthusiastischen Leuten im Rücken. Das OK ist ein super Team, jeder ist wichtig - ohne sie alle und ihr Herzblut ginge es nicht, und auch nicht ohne all die Vereine, die mithelfen oder teilnehmen! Der Enthusiasmus überwiegt und ich bin trotz Anspannung sehr gelassen.

Wie schon mehrfach erwähnt, ist die Zeit sehr knapp, um das ganze Fest zu organisieren, dabei auch finanziell solid dazustehen und genügend Sponsoren zu finden. Jetzt steht noch die Detailarbeit an, dass wir genug Helferinnen und Helfer finden, die uns am Fest unter die Arme greifen, dass die Infrastruktur rechtzeitig bereitsteht und das Sicherheits- und Verkehrskonzept funktioniert.
Zu rund je 50 Prozent aus Festkarten und Sponsoring sowie von der öffentlichen Hand. Das Budget liegt bei 5,7 Mio.
Ja, Hauptsponsoren, wie die Stadt Biel, Feldschlösschen und Bayard CO LTD. Auch mit SRG SSR wird es eine Zusammenarbeit geben. Dazu kommen viele weitere Sponsoren, die noch nicht alle spruchreif sind.
Nein, bisher nicht. Das Bewilligungsgesuch mit allen nötigen Dokumenten inkl. Sicherheits- und Verkehrskonzept konnten wir vorzeitig bei der Stadt Biel einreichen, die sich positiv überrascht zeigte. Kleine Anpassungen müssen sicher noch gemacht werden, doch wir sind auf Kurs.

Die Zahl fordert uns infrastruktur- und übernachtungsmässig, aber wir haben uns dennoch riesig gefreut, dass die Vereine sich so motiviert angemeldet haben. Ich sehe darin auch einen Vertrauensbeweis.
Sie ist gut angelaufen, wir sind zufrieden. Die Vereine des Seeländischen bzw. Jurassischen Musikverbands werden uns tatkräftig unterstützen, aber das reicht noch nicht aus. Wir sind auf zahlreiche weitere Vereine und Einzelpersonen angewiesen, die sich als als Helferin/Helfer fürs EMF26 eintragen.
An einem so grossen und coolen Event mitzuhelfen ist doch Ehrensache. Man kann vom «Learning by Doing»-Effekt profitieren und die Helfenden erwartet ein hochwertiges Helfer-Shirt sowie ein «Goodie-Bag», um im Einsatz gut verpflegt zu sein.

Ja, die Zivilschutz- und Armeeangehörigen werden uns vor allem im Auf- und Abbau helfen. Der Chef der Arme war sehr zuvorkommend, konnte uns jedoch wegen der kurzen Fristen nicht alle Wünsche erfüllen.
Der Festpin - mit dem EMF-Logo als Achtelnote. Dieser kann, wie auch alle anderen Gadgets, bereits jetzt online bestellt und auch vor Ort gekauft werden. Der Pin steht nicht nur als Wertschätzung für das Fest und das OK, sondern bietet für zehn Franken an allen vier Festtagen die kostenlose Benutzung der Busse der Bieler Verkehrsbetriebe in der Zone 300. Der Pin ist nicht in der Festkarte inbegriffen, aber für teilnehmende Vereine gibt es ein attraktives Angebot.
Nebst der Berichterstattung im «unisono» werden wir die Werbung insbesondere in der Region noch zusätzlich ankurbeln, u.a. mit Presseberichten und Inseraten im Bieler Tagblatt und im Journal du Jura sowie in den Medien der Ringier-Gruppe - z. B. im Blick. Zudem arbeiten wir mit der SBB zusammen. So können wir den Event im öV bewerben, z. B. durch Aussenwerbung auf Bussen und Screens. Weiter wird die Stadt mit auffälligen Fahnen an den Kandelabern geschmückt, und punktuell werben wir mit Plakaten.
Und fürs EMF26 gibt die Post eine Sonderbriefmarke heraus! Im «unisono» werden weitere Infos folgen, sobald sie lanciert ist.

Wirtschaftlich. Eine im Frühling 2025 durch die Hochschule für Wirtschaft Zürich und Ticketcorner veröffentlichte Studie zeigt, dass solche Grossanlässe eindeutig relevant sind. Unmittelbar mess- und spürbar sind die Ausgaben, die Besuchende tätigen - Geld für Tickets, Übernachtungen, die Mobilität vor Ort sowie die Verpflegung. Sie bringen lokalen Unternehmen Einkünfte, die sie sonst nicht hätten.
Zum einen dass das EMF im Stadtzentrum von Biel stattfindet - auf der überdachten Esplanade und nicht in einem Festzelt. Zum andern bietet das Rahmenprogramm nebst den Musikwettbewerben und der Parademusik für ALLE etwas!

Ein Spannendes! Es wird anders sein als bisher. Aus der Chance der Kurzfristigkeit konnten wir das EMF neu und modern aufgleisen.
Ich denke dabei an die Eröffnungsfeier am Mittwoch vor Auffahrt: Da wird uns u.a. die oberste Kulturministerin des Landes die Ehre erweisen, aber auch das Musikalische wird mit einem Galakonzert nicht zu kurz kommen. In der Stadt - beim Guisan- und beim Zentralplatz - gibt es je eine offene Bühne mit einem vielseitigen Musikprogramm. Dazu kommt eine Plattform in der Altstadt. Dort werden u.a. Streetbands auftreten und auch Musikvereine, die nicht am Wettbewerb teilnehmen, sorgen für Unterhaltung. Ein weiteres Highlight werden die Auftritte des Spiels der Päpstlichen Schweizergarde am Freitag und Samstag sein. Man darf sich also auf ein kunterbuntes Eidgenössisches Musikfest freuen!